Geimensame Großübung in einer Betreungseinrichtung in Rodalben
Am Montag den 20. April führten wir gemeinsam mit den Feuerwehren Donsieders, Clausen und Leimen eine größere Einsatzübung in einer Einrichtung für Betreutes Wohnen im Stadtgebiet Rodalben durch.
Ziel der Übung war es, das gemeinsame Vorgehen mehrerer Feuerwehreinheiten bei einem größeren Schadensereignis zu trainieren. Gerade in Gebäuden, in denen ältere oder hilfsbedürftige Menschen leben, ist ein schnelles, strukturiertes und ruhiges Vorgehen besonders wichtig. Neben der Brandbekämpfung steht hier vor allem die Menschenrettung im Vordergrund.
Angenommenes Übungsszenario
Als Ausgangslage wurde ein Brand im Kellerbereich angenommen. Nach vorherigen Bauarbeiten war es dort zu einem Feuer gekommen. Durch den Brand breitete sich Rauch im Gebäude aus. Besonders betroffen waren der Treppenraum sowie mehrere Flurbereiche.
Diese Lage stellte die Einsatzkräfte vor eine besondere Herausforderung: Der Treppenraum ist in solchen Gebäuden ein wichtiger Rettungsweg. Wenn dieser verraucht ist, können Bewohnerinnen und Bewohner das Gebäude oft nicht mehr selbstständig verlassen. Zusätzlich wurde angenommen, dass sich noch mehrere Personen in ihren Wohnungen befinden und auf Hilfe angewiesen sind.
Erste Maßnahmen nach dem Eintreffen
Direkt nach dem Eintreffen der ersten Kräfte verschafften wir uns einen Überblick über die Lage. Dazu gehört bei solchen Einsätzen zunächst die Erkundung: Wo brennt es? Wie stark ist die Verrauchung? Sind noch Personen im Gebäude? Welche Bereiche sind besonders gefährdet?
Auf Grundlage dieser ersten Erkenntnisse wurden sofort die wichtigsten Maßnahmen eingeleitet. Im Kellerbereich begannen Einsatzkräfte mit der Brandbekämpfung. Gleichzeitig wurde die Menschenrettung vorbereitet und gestartet.
Da schnell klar war, dass es sich um eine größere Lage mit mehreren betroffenen Bereichen handelt, wurden weitere Einheiten nachgefordert. Für die nachrückenden Kräfte wurde ein Bereitstellungsraum eingerichtet. Dort sammeln sich Fahrzeuge und Mannschaften zunächst, bevor sie gezielt an der Einsatzstelle eingesetzt werden. So bleibt die Einsatzstelle übersichtlich und die Einsatzleitung kann die verfügbaren Kräfte geordnet einsetzen.
Menschenrettung unter Atemschutz
Ein zentraler Bestandteil der Übung war der Einsatz mehrerer Atemschutztrupps. Feuerwehrangehörige gehen immer dann unter Atemschutz vor, wenn Bereiche verraucht sind und so mit giftigen Brandgasen gerechnet werden muss. Der Rauch bei Bränden ist hochgefährlich und kann bereits nach kurzer Zeit lebensbedrohlich sein.
Die eingesetzten Trupps gingen in das Gebäude vor, um den Treppenraum, die Flurbereiche und die einzelnen Wohneinheiten abzusuchen. Dabei wird systematisch gearbeitet, damit kein Raum und keine Person übersehen wird. Die Trupps bewegen sich dabei in voller Schutzkleidung, mit Atemschutzgerät, Funkgerät und weiterer Ausrüstung durch das Gebäude.
Priorität hatte das Auffinden und Retten der vermissten Personen. Mehrere Personen konnten im Verlauf der Übung durch die Atemschutzgeräteträger gefunden, aus dem Gefahrenbereich gebracht und ins Freie gerettet werden. Dort wurden sie an die Kräfte der SEG zur weiteren Versorgung und Betreuung übergeben.
Brandbekämpfung im Kellerbereich
Parallel zur Menschenrettung lief die Brandbekämpfung im Kellerbereich. Gerade Kellerbrände sind für die Feuerwehr anspruchsvoll, da Rauch und Hitze sich oft stark stauen und die Orientierung erschwert wird. Auch die Zugänge sind meist begrenzt.
Die eingesetzten Kräfte mussten daher gezielt vorgehen, den angenommenen Brandherd lokalisieren und die Ausbreitung des Rauchs sowie des Feuers verhindern. Gleichzeitig musste darauf geachtet werden, dass die eingesetzten Atemschutztrupps sicher arbeiten können und jederzeit Kontakt zur Einsatzleitung besteht.
Solche Übungen helfen uns, Abläufe zu festigen und das Vorgehen in unübersichtlichen Gebäuden weiter zu verbessern.
Logistik für Atemschutz und Einsatzhygiene
Während die Maßnahmen im Gebäude liefen, wurde durch die Besatzung unseres Mehrzweckfahrzeugs 2 die Logistik für den Atemschutzeinsatz aufgebaut und betrieben.
Bei größeren Atemschutzeinsätzen ist eine gute Organisation im Hintergrund sehr wichtig. Atemschutzgeräteträger benötigen Ersatzgeräte, neue Atemluftflaschen und nach dem Einsatz einen geregelten Bereich, in dem verschmutzte Ausrüstung abgelegt werden kann.
Auch die Einsatzhygiene spielte bei der Übung eine wichtige Rolle. Nach Brandeinsätzen können Schutzkleidung und Geräte mit gesundheitsschädlichen Stoffen belastet sein. Deshalb wird darauf geachtet, verschmutzte Ausrüstung möglichst sauber zu trennen und eine Verschleppung von Schadstoffen zu vermeiden. Auch solche Abläufe müssen regelmäßig geübt werden.
Unterstützung der Einsatzleitung
Zur Unterstützung der Einsatzleitung wurde durch das Personal des Einsatzleitwagens eine vollständige Lagekarte erstellt.
Eine Lagekarte hilft dabei, den Überblick über die gesamte Einsatzstelle zu behalten. Darauf werden unter anderem betroffene Gebäudeteile, eingesetzte Trupps, Einsatzabschnitte, gerettete Personen und besondere Gefahren dargestellt. Gerade bei größeren Lagen mit mehreren Einheiten ist dies ein wichtiges Hilfsmittel.
So kann die Einsatzleitung besser erkennen, welche Maßnahmen bereits laufen, wo noch Kräfte benötigt werden und welche Bereiche bereits kontrolliert wurden.
Zusammenarbeit mit der SEG
Da bei dem angenommenen Szenario von mehreren verletzten oder betreuungsbedürftigen Personen auszugehen war, wurde auch die SEG des Landkreises Südwestpfalz in die Übung eingebunden.
Die SEG übernahm den Einsatzabschnitt Gesundheit. Dort wurden die geretteten Personen gesammelt, betreut und versorgt. Für die Feuerwehr ist diese Zusammenarbeit sehr wichtig, da wir Personen aus dem Gefahrenbereich retten und anschließend an den Rettungsdienst oder die SEG übergeben.
So kann sichergestellt werden, dass die geretteten Personen nach der Befreiung aus dem Gebäude schnell weiter betreut und medizinisch versorgt werden.
Übungsende und Nachbesprechung
Nachdem alle angenommenen Gefahren beseitigt, alle Bereiche kontrolliert und alle Personen gerettet waren, wurde die Übung beendet. Im Anschluss wurden die eingesetzten Geräte zurückgebaut und die Einsatzstelle wieder geordnet verlassen.
Danach fand eine gemeinsame Übungsnachbesprechung statt. Dabei wurde der Ablauf der Übung gemeinsam betrachtet. Solche Nachbesprechungen sind ein wichtiger Bestandteil jeder Übung. Hier können positive Abläufe hervorgehoben, aber auch Verbesserungsmöglichkeiten angesprochen werden.
Nur durch regelmäßiges Üben und eine offene Nachbereitung können wir unsere Abläufe weiter verbessern und uns bestmöglich auf echte Einsätze vorbereiten.
Dank an alle Beteiligten
Der Betreiber der Einrichtung hatte im Anschluss Essen und Getränke für die Einsatzkräfte vorbereitet. Nach einem kurzen gemütlichen Zusammensein wurden alle Fahrzeuge und Geräte wieder aufgerüstet und einsatzbereit gemacht.
Wir bedanken uns herzlich bei der Leitung und dem Personal der Einrichtung für Betreutes Wohnen für die gute Zusammenarbeit und die Unterstützung bei der Durchführung dieser Übung.
Ebenso bedanken wir uns bei der SEG des Landkreises Südwestpfalz, den beteiligten Feuerwehren Donsieders, Clausen und Leimen sowie allen eingesetzten Kräften für die engagierte und kameradschaftliche Zusammenarbeit.






